Proteinpulver und Gewürzmischungen gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben beim Pulvermischen. Proteinpulver sind leicht und fein, stauben schnell, und die Rezeptur enthält Aromen oder Süßstoffe in sehr geringen Anteilen. Bei Gewürzmischungen unterscheiden sich die Partikelgrößen dagegen stark voneinander, und manche Gewürze verklumpen aufgrund ihres Ölgehalts. In diesem Beitrag erläutern wir, warum beide Produktgruppen beim Mischen anspruchsvoll sind und worauf Sie bei der Auswahl eines Mischers achten sollten.
Was macht Proteinpulver anspruchsvoll?
- Niedrige Schüttdichte: Ein Liter Proteinpulver wiegt in der Regel zwischen 0,3 und 0,5 Kilogramm. Um eine Charge gleichen Gewichts zu mischen, wird deutlich mehr Volumen benötigt als bei Zucker oder Salz.
- Komponenten mit geringem Anteil: Komponenten wie Aromen, Süßstoffe, Vitamine und Mineralstoffe machen nur einen kleinen Teil der Rezeptur aus, müssen aber in jeder Teilmenge im gleichen Verhältnis enthalten sein.
- Staubentwicklung und Feuchtigkeit: Feine Pulver wirbeln beim Beladen und Entleeren auf und können verklumpen, wenn sie Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen.
- Wertvoller Rohstoff: Produkt, das von Charge zu Charge im Behälter zurückbleibt, ist ein direkter Kostenfaktor.
Was macht Gewürzmischungen anspruchsvoll?
- Unterschiedliche Partikelgrößen: Gemahlener Kreuzkümmel kann in derselben Mischung mit Chiliflocken oder getrockneten Kräutern kombiniert sein. Je größer der Unterschied in der Partikelgröße, desto stärker neigt das Produkt nach dem Mischen zur Entmischung.
- Ölhaltige und klebrige Gewürze: Der Ölgehalt mancher Gewürze führt zu Verklumpungen.
- Aromaverlust: Lange und intensive mechanische Beanspruchung kann dazu führen, dass sich das Produkt erwärmt und das Aroma nachlässt.
- Häufige Rezepturwechsel: Gewürzhersteller stellen im Laufe eines Tages zahlreiche unterschiedliche Mischungen her. Deshalb ist die Reinigungszeit von entscheidender Bedeutung.
Welche Mischerbauart?
Für beide Produktgruppen bieten sich Mischer mit rotierendem Behälter an, da sie schonend mischen, ohne das Produkt durch Mischwerkzeuge zu belasten. Die Auswahl richtet sich nach den Produkteigenschaften und dem Produktionsablauf:
- Konusmischer: Dank des konischen Auslaufs wird das Produkt mit geringen Rückständen entleert. Bei wertvollen Rohstoffen wie Proteinpulver verringert dies die Verluste zwischen den Chargen.
- Würfelmischer: Die mehrdimensionale Bewegung trägt dazu bei, dass sich Pulver mit unterschiedlicher Dichte und Partikelgröße gleichmäßig verteilen. Er wird in Gewürz- und Kaffeemischbetrieben sowie in Produktionen mit häufigen Rezepturwechseln bevorzugt eingesetzt.
- V-Mischer: Geeignet für frei fließende Pulver und für Rezepturen mit präzisen Mengenverhältnissen, etwa bei Aromen oder Süßstoffen. Für Produkte, die zum Verklumpen neigen, kann ein optionales Innenrührwerk ergänzt werden.
- Horizontaler Bandmischer: Geeignet für Produktionen mit sehr großen Chargen oder solche, bei denen Öl oder flüssiges Aroma auf die Mischung gesprüht wird. Bei Gewürzen mit bruchempfindlichen Partikeln muss die Drehzahl des Mischwerks richtig eingestellt werden.
Komponenten mit geringem Anteil richtig verteilen
Wird eine Komponente, die nur in sehr geringer Menge in der Rezeptur enthalten ist, direkt in eine große Charge gegeben, lässt sie sich nur schwer gleichmäßig verteilen. In der Branche ist es üblich, diese Komponente zunächst mit einem kleinen Teil des Hauptpulvers zu einer Vormischung zu verarbeiten und diese anschließend der Hauptcharge zuzugeben. Eine feste Beladereihenfolge verbessert zudem die Gleichmäßigkeit von Charge zu Charge.
Bei der Kapazitätsberechnung auf die Dichte achten
Da die Schüttdichte von Proteinpulver niedrig ist, fällt das erforderliche Maschinenvolumen größer aus als erwartet:
- Beispiel: Bei 250 kg Proteinpulver pro Charge und einer Schüttdichte von 0,5 kg/L beträgt das Produktvolumen 500 Liter.
- Für einen Füllgrad von ca. 50 % im Konusmischer ist ein Modell mit 1.000 Litern erforderlich.
Bei Gewürzmischungen schwankt die Dichte je nach Rezeptur stark; führen Sie die Berechnung daher mit der gemessenen Schüttdichte Ihres eigenen Produkts durch.
Staubentwicklung und Hygiene
Mischer mit rotierendem Behälter sind während des Mischvorgangs geschlossen. Dadurch beschränkt sich die Ausbreitung von Feinstaub in die Umgebung weitgehend auf das Beladen und Entleeren. Glatte Edelstahloberflächen im Produktkontakt verringern das Anhaften von ölhaltigen Gewürzen und Proteinpulver und erleichtern die Reinigung.
Neue Rezepturen zuerst im kleinen Maßstab testen
Welche Bauart und welche Mischzeit für eine neue Aroma- oder Gewürzmischung ausreichen, können Sie mit Labormischern in kleinen Chargen testen. Die gewonnenen Ergebnisse lassen sich auf eine Produktionsmaschine derselben Bauart übertragen.
Weitere Maschinen für die Lebensmittelproduktion finden Sie auf der Seite Lebensmittel und Getränke. Wenn Sie uns Ihre Rezeptur und Ihre Chargengröße mitteilen, können wir gemeinsam den passenden Mischer bestimmen.